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15. September 2026   |   SGBSB

Visuelle Wahrnehmung und Störung – Fortbildung für 50 pädagogische Fachkräfte

„Wenn das Sehen der Schlüssel zum Hören ist“, lautete der Titel einer Fortbildung für rund 50 pädagogische Fachkräfte der Samtgemeinde Bersenbrück in der Grundschule Bersenbrück.

Ob Integrationsfachkräfte in den Kindertagesstätten oder Lehrkräfte im Förderschulbereich der Grundschulen – sie alle haben es im Berufsalltag häufig mit Kindern zu tun, die verstärkt durch Unaufmerksamkeit, mangelnde Konzentration, Lernschwierigkeiten und geringe Frustrationstoleranz auffallen.

Schnell fallen bei diesen Symptomen dann Begriffe wie Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS), Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Rechenschwäche (Dyskalkulie) und andere. Vielfach wird dies auch noch durch medizinische Diagnosen bestätigt.

Dabei können diese Symptome auch Ursachen in der auditiven und visuellen Wahrnehmung von Kindern haben, erläuterte Thomas Fehlau in seinem Vortrag. Der Augenoptikermeister aus Brake ist auch Master of Science in Clinical Optometry (PCO USA) und hat sich speziell mit Sehstörungen bei Kindern beschäftigt.

Ergänzend referierte Nicole Kühling, Hörakustikmeisterin und Pädakustikerin (spezialisiert auf Kinder) aus Vechta über mögliche Ursachen für eingeschränktes Hörvermögen.

Wenn Kinder Schwierigkeiten beim Sehen oder Hören haben, kann das eben auch an organischen Einschränkungen liegen. Die Symptome können ähnlich sein wie bei ADS oder ADHS. Zu möglichen Verbindungen und Überschneidungen wird zunehmend wissenschaftlich im Bereich der klinischen Optometrie geforscht, erklärte Fehlau.

Eine gezielte Diagnostik bei auffälligen Kindern im Hinblick auf mögliche visuelle und auditive Wahrnehmungsstörungen über übliche Seh- und Hörtests hinaus kann dabei wichtige Erkenntnisse für erforderliche Behandlungen und Therapien bringen.

Für die Fachkräfte vor Ort sei die Sensibilisierung in diesem Themenbereich besonders wichtig, erläuterten die Vortragenden. Sie bemerken Wahrnehmungs- und Verhaltensprobleme bei Kindern in Kitas und Grundschulen im Alltag und können Eltern entsprechende Hinweise und Tipps geben.

Zudem können sie mit fachlicher Kompetenz die Kinder bei Lern- und Entwicklungsherausforderungen frühzeitig und gezielt unterstützen. Individuelle Förderangebote können Lernmotivation und Selbstvertrauen bei den Heranwachsenden stärken und ihnen bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg ermöglichen.

Die inklusive Bildungsarbeit in Kitas und Schulen wird durch die erweiterte Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte zusätzlich positiv aufgewertet – in der jeweiligen Alltagsarbeit ebenso wie in der Zusammenarbeit mit den Eltern.

Die Fortbildung wurde von der Samtgemeinde Bersenbrück in Zusammenarbeit mit Kerstin Nees, Förderschullehrerin der Grundschule Bersenbrück organisiert. Die Finanzierung hat der Verein Kindgerecht Ankum e.V. übernommen.

Text und Foto: Samtgemeinde Bersenbrück