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18. März 2022   |   SGBSB

Saatgut-Bibliothek verleiht Samen zur Erhaltung von Nutzpflanzen

Nachhaltigkeit als Bildungsauftrag in Bibliotheken

Bücher, Spiele und digitale Medien gehören ganz selbstverständlich zum vielfältigen Ausleihe-Angebot der Bibliothek im Medienforum. Jetzt kann hier auch Saatgut für Erbsen, Bohnen, Tomaten und Salat ausgeliehen werden. Dabei bekommt der Ausleihe-Gedanke einen nachhaltigen Sinn.

Bibliothekarin Jeannette Hammel ist von der Idee ganz begeistert. Ihre Bibliothek gehört zu den 31 öffentlichen Einrichtungen der niedersächsischen Büchereizentrale, die im Rahmen der neuen Kampagne „Bildung-Nachhaltigkeit-Bibliothek“ als erste die Starter-Kits mit Samentütchen verleihen. Mit dieser Aktion sollen Umweltbildung und Nachhaltigkeit auch im Bereich von Büchereien stärker in den Vordergrund gerückt werden – quasi ein Bildungsauftrag zum Aussäen.

Denn darum geht es in der Saatgutbibliothek: Wer einen Bibliotheksausweis besitzt, kann sich in der Bibliothek im Medienforum Tütchen mit Samen ausleihen. Diese werden ausgesät und von den Früchten der daraus wachsenden Pflanzen werden wiederum neue Samen geerntet. Diese werden dann zurück in die Bibliothek gebracht und können weiter verliehen werden. Auf diese Weise kann aktiv zur Erhaltung und Verbreitung alter Sorten beigetragen werden.

Ganz nebenbei können so manche klassischen Leserinnen und Leser über diese Aktion vielleicht ihren bisher unbekannten grünen Daumen entdecken. „Die übliche Ausleihzeit gilt hier natürlich nicht“, erklärt Jeannette Hammel augenzwinkernd. Es muss also niemand Gebühren für die Zeit zahlen, welche die Pflanzen zum Wachsen brauchen, das dauert in der Regel länger als das Lesen von Büchern. Neun Monate vom Ausleihen der Samentütchen bis zum Zurückgeben der neuen Samen sind geplant. Ebenso ist der unbedingte gärtnerische Erfolg keine Bedingung. Wenn es am Ende der Saatgut-Aktion im einen oder anderen Fall keine neuen Samen gibt, ist das kein Problem, ergänzt die Bibliothekarin.

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist bei dieser Mitmachaktion das Entscheidende, der Spaß am Säen und Ernten und nicht zuletzt der Genuss der reifen Erträge. Immerhin sind es leckere Nutzpflanzen, die aus den Samen wachsen und die natürlich auch gegessen werden können. Interessante Namen haben sie außerdem: „Graue buntblühende“ Zuckererbsen, „Butterbrodt“-Bohnen, „Königin der Frühen“-Tomaten und „Teufelsohren“-Salat.

Zusätzliche Sorten sind für die Saatgut-Bibliothek geplant, weitere Wünsche und Vorschläge willkommen.

Autorin (Text und Foto): Samtgemeinde Bersenbrück