Martina Knoll ist Erzieherin in der Kindertagesstätte Lindenallee in Rieste und zertifizierte Betreuungskraft für tiergestützte Intervention. Somit kann sie zusammen mit ihrer Partnerin pädagogische Förderangebote für Kinder durchführen.
Ihre Partnerin heißt Wilma, ist vier Jahre alt und ein Australian Sheperd Mischling. Die Hündin hat gemeinsam mit ihrem Frauchen eine Ausbildung zum Therapiebegleithund absolviert und ist in den Angebotsstunden in der Kita voll bei der Sache.
Wilma hat ihre eigene Decke in dem kleinen Raum direkt neben ihrem Frauchen. Dort wartet sie konzentriert auf die Kommandos, die Martina Knoll ihr gibt. Sie hört aber auch auf die Kommandos der Kinder, die in einer kleinen Gruppe vor ihr sitzen und der Reihe nach mit der Hündin interagieren dürfen. Martina Knoll nutzt ihre jahrelange Erfahrung als Erzieherin, um den Kindern die kleinen Lernspiele zu erklären, die sie mit der Hündin dann durchführen dürfen. Würfeln zum Beispiel.
Vor Wilma liegt ein roter Würfel, den sie auf das Kommando „Stups“ mit der Schnauze anstupst. Die Kinder geben dieses Kommando klar und deutlich, freuen sich über die brave Reaktion der Hündin und belohnen diese anschließend mit einem Leckerli. Entweder direkt aus der offenen Hand oder mit einem Löffel – je nachdem, wer die feuchte Hundeschnauze auf der eigenen Hand spüren möchte oder lieber nicht. Die Kinder können frei wählen und Wilma ist flexibel bei der Annahme ihrer Leckerlis.
Die Kinder benennen anschließend die gewürfelte Zahl und ordnen sie einer Fotokarte zu, auf deren Rückseite ein Bild von Wilma ist. Bei den verschiedenen Motiven sitzt die Hündin entweder auf, unter oder neben einem Hocker. Das formulieren die Kinder in einem Satz und dürfen es selber auch nachmachen. In diesem kleinen Lernspiel haben die Jungen und Mädchen also ihr Zahlenverständnis trainiert und Präpositionen gelernt. Und natürlich viel Spaß gehabt an der Interaktion mit Wilma.
„Die Hündin motiviert die Kinder ohne sie zu überfordern, der Umgang miteinander ist vorsichtig und konzentriert, aber auch entspannt und spielerisch“, beschreibt Erzieherin Martina Knoll die Atmosphäre in der Hundestunde, sie ist dabei zugleich pädagogische Moderatorin und Hundeführerin.
Bei einem weiteren Spiel dürfen die Kinder nacheinander Leckerlis durch ein bunt bemaltes Papprohr gleiten lassen, am unteren Ende wartet schon die erwartungsvolle Hundenase. Auch beim gut ausgeführten Kunststück „Männchen“ nach dem entsprechenden Kommando eines der Kinder bekommt Wilma ein Leckerli – ein Doppelerfolg für Hündin und Kitakind.
„Mit dem Einsatz von Wilma als Therapiebegleithund können wir in unserer Kita Kinder in einigen Bereichen zusätzlich und entspannt fördern, ohne sie zu ermüden. Die dabei gemachten Positiverfahrungen stärken das Selbstwertgefühl und die Motivation für weitere Herausforderungen in ihrem Alltag“, ist auch Kita-Leiterin Yvonne Campe von der pädagogischen Arbeit mit der Hündin überzeugt.
Nach einer kleinen Pause geht die Hündin mit in den Außenbereich der Kita. In einem begrenzten Arial darf sie Bälle apportieren, welche einzelne Kinder zuvor geworfen haben. Diesmal ganz ohne Leckerli ist auch das ein vergnügliches Spiel für Zwei- und Vierbeiner.
Immer dabei Martina Knoll, die ihre Hündin nie unbeaufsichtigt in der Kita laufen lässt und darauf achtet, dass sowohl Wilma als auch die Kinder die festgesetzten Regeln einhalten. Dazu gehört übrigens auch, dass die Kinder nach dem Spielen mit der Hündin ihre Hände waschen.
Text und Fotos: Samtgemeinde Bersenbrück
